Gamecheck: „Sea of Solitude“

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Sea of Solitude wendet sich mit Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Angst, ganz bewusst an uns Spieler und hinterlässt dabei eine ganz eigene, emotionale Note. Ob sich das Spiel lohnt, lest ihr hier.

Bereits zu Beginn des Spiels, warnt das Spiel vor starken Emotionen, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhen. Cornelia Geppert, CEO beim deutschen Entwickler Jo-Mei, hat diese Emotionen erlebt. Durch private Krisen, zieht sie sich immer mehr zurück, und entwickelt schließlich die Idee zu Sea of Solitude. Dabei ist der Charakter Kay, eine gepeinigte Version von Cornelia Gepperts Ich. Sie beginnt, ihre Krise mit dem Spiel zu verarbeiten.

Das Spiel beginnt, wie bereits erwähnt, mit Kay. Sie ist halb Monster und halb Mensch. Dazu ist sie gefangen in einer Welt voller Trauer und Angst. Schnell begreift man als Spieler, dass diese Welt das tiefste Innere von Kay ist. Die Spielwelt, ist eine Stadt im Wasser, welche Kay die meiste Zeit des Spiels über Dächer erkundet und mit ihrem Boot durchfährt. Sollte die Orientierung einmal verloren gehen, kann Kay eine Art Signal aussenden, welches den Weg zur nächsten Quest Markierung anzeigt. Während ihr die Stadt erkundet, triggern bei Kay immer wieder bestimmte Ereignisse. Ihre eigene Kindheit, das Verhältnis zu ihrem Bruder oder ihrem Freund. Dabei seht ihr die vorgefallenen Dinge wie Flashbacks, die Kay dadurch immer und immer wieder erlebt. Dabei wird ganz schnell klar, dass Kay für für viele der Probleme verantwortlich ist. So begibt sich also auf die Reise, ihre begangenen Fehler zu korrigieren, um den anderen, aber auch sich selbst endlich Frieden zu bringen. Mehr möchte ich gar nicht auf die Story des Spiels eingehen, da man sie meiner Meinung nach, selbst erleben sollte.

Das Spiel ist sehr gut umgesetzt, Leveldesign und auch Charakterdesign wirken sehr gelungen. Die Wasserstadt überzeugt mal mit tollen Lichteffekten und sanften Wellen, kann aber auch umschlagen, in eine dunkle und in Schatten gehüllte Stadt, wo nichts mehr friedlich ist. Ganz nebenbei schwimmt in der Stadt ein riesiges Monster im Wasser umher, dass man tunlichst meiden sollte. Wenn Kay sich dem Wasser zu nah nähert oder nicht schnell genug herauskommt, ist es vorbei mit dem Leben. Rücksetzpunkte sind hier allerdings sehr fair gesetzt. Kleine Rätseleinlagen gibt es auch, diese fallen allerdings recht einfach aus. Kleine Storyerweiterungen kann man in Form von Flaschenpost finden. Diese kurzen Texte erzählen meist von Gefühlen anderer Personen und fügen sich so sehr gut in die Story ein. Ein zweites Sammelobjekt, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat, sind Möwen. Wobei Sammelobjekt zu viel gesagt ist, man läuft zu den Möwen hin und verscheucht sie. Keine Ahnung was das soll, ganz nett aber wirklich sehr unerheblich. Weniger unerheblich ist die gelungene Musik. Diese fängt die Gefühle von Kay und auch die Stimmungen in der Spielwelt perfekt ein. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Lokalisierung. Das Spiel ist durchgehend in englisch mit deutschen Untertiteln. Das wäre ok für mich, aber bei Jo-Mei Games, handelt es sich um ein deutsches Entwicklerstudio, da wäre eine deutsche Sprachausgabe drin gewesen.

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Fazit:

Sea of Solitude, ist ein sehr intensives Spiel, welches mich sehr bestimmte Gefühle erleben lässt. Die Handlung, Charakterdesign, die Spielwelt und auch die Musik, können auf ganzer Länge überzeugen. Leider ist das Abenteuer nach etwa vier Stunden auch schon wieder vorbei. Obwohl es ein sehr schönes Spiel ist, ist Sea of Solitude eines der Spiele, die man nur einmal spielt. Die Geschichte lässt nicht viel Platz für Interpretationen, dafür ist die Story zu deutlich und das Spiel zu geradlinig. Alternativrouten fallen damit weg. Wie gesagt, dass ist keine Kritik. Es soll nur aufzeigen, das ein weiterer Durchlauf des Spiels ohne Mehrwert ist.

Insgesamt ist Sea of Solitude damit ein sehr schönes Spiel geworden. dass mir persönlich sehr gut gefallen hat. Durch die gezeigten Dinge im Spiel, so ging es mir zumindest, beginnt man seine eigenen Handlungen im bisherigen Leben zu reflektieren. Ich kann dieses Spiel nur jeden ans Herz legen, mit viel Gefühl kann es überzeugen. Nach vier Stunden ist das Abenteuer aber schon wieder vorbei, dafür kostet es nur halb soviel wie ein Vollpreistitel.

Auf meinem eigenen YouTube Kanal, habe ich das Spiel, ohne Kommentare aufgenommen. Wer es lieber anschauen möchte, kann dies gerne hier tun.

Ich verlinke euch außerdem einen interessanten Artikel, der die Hintergrundgeschichte des Spiels erklärt. Hier gehts zum Artikel.

Hier könnt ihr Sea of Solitude kaufen

7 Kommentare

  1. Ich hatte es auch relativ schnell durch fand es aber wunderschön und vor allem berührend. Meine einzige Kritik ist allerdings das es kaum um Kay selbst ging. Es hieß ja von Anfang an das Spiel handelt von Einsamkeit aber dann behandelt man „nur“ die Schicksale anderer. Warum genau Kay nun zum Monster wurde ist mir nicht ganz klar. Ich verstehe zwar worauf das Spiel hinaus will am Ende aber das war mir nicht rund genug.

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    1. Hi Mondkeks, danke für deinen Kommentar. Verstehe auf jeden Fall was du meinst. Meine Theorie lautet daher, Kay wurde zum Monster weil sie Schuld an den anderen Schicksalen war und sich danach schlecht fühlte, so das die negativen Gedanken die Überhand gewannen. So oder so ähnlich jedenfalls. Lies dir mal den Artikel durch, den ich unten verlinkt habe, dann ergibt das alles einen Sinn, denk ich. P.S.: Hast du die kleine Szene nach dem Abspann gesehen?

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      1. Ja die Endszene hab ich gesehen, denke mal die Entwickler haben sich da ein Türchen für einen 2. Teil offen gelassen. Das Thema Depressionen fänd ich auch interessant wie die das umsetzen. Ich hatte mich nämlich schon gewundert warum betreffendes Kapitel als einziges nicht „gut“ geendet hat.
        Den Artikel werde ich mir später noch durchlesen ☺️ LG

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  2. Hallo, ich beobachte schon seit einiger Zeit diesen Blog und ich dachte, ich schreibe mal einfach einen Kommentar.

    Sea of Solitude ist ein Spiel, das ich schon recht lange im Blick habe, mir aber bisher nicht holen konnte, weil ich keine Playstation 4 besitze und von Origin oder EA generell kein großer Fan bin. Wenn ich irgendwann einmal ersteres besorgt habe, landet es mit Sicherheit auf der Liste und früher oder später in meinem Besitz, denn die Atmosphäre kann zumindest auf dem ersten Blick überzeugen und als Betroffener von Depressionen interessiert mich das Spiel thematisch sowieso.

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    1. Hallo Motherfreak. Vielen Dank, fürs vorbeischauen. Sea of Solitude, ist ein sehr schönes Spiel. Ich kann es dir nur wärmstens empfehlen. Natürlich kann ich auch deine Beweggründe, Origin nicht zu benutzen, verstehen, deswegen hoffe ich umso mehr, dass du irgendwann in den Genuss einer Konsole und diesen tollen Spiels kommst. Schönes Wochenende. Gruß, Ben von Grand Games

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      1. Mir wurde schon gesagt, dass ich ein Mensch bin, der zwar auch größere Projekte mit Leidenschaft spielt, seine Aufmerksamkeit aber eher auf die kleinen Sachen legt. Dementsprechend wird es wahrscheinlich irgendwann der Fall sein und nur das Budget könnte da ein Strich durch die Rechnung machen.

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      2. Ich denke, die Konsole wird auch zum Weihnachtsgeschäft, wieder deutlich im Preis sinken.

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